Mittwoch, 29. Juni 2016

Hörspiel: "Not to touch the Earth" von Tom Noga

Jim Morrison-Denkmal in Berlin-Baumschulenweg im September 2010
Bild unter CC 3.0 Unported
Bildquelle: Wikipedia
Fotograf: SK49

Am 08. Dezember 1943 wird Jim Morrison in Florida geboren, da sein Vater bei der Armee war und dieser dadurch ständig versetzt wurde verlief seine Kindheit etwas Ruhelos. Nach der Highschool studierte er in Los Angeles Film- und Theaterwissenschaft, wo seine radikalen Filme bei den Dozenten weniger gut ankamen.Am Strand von Venice trifft er den Organisten Ray Manzarek und beide beschließen, zusammen mit dem Schlagzeuger John Densmore und dem Gitaristen Robby Krieger eine Band zu gründen - the Doors. Jim Morrison wird der Sänger und schreibt die Texte. Der Erfolg kommt schnell und gewaltig, nach kurzer Zeit sind die Doors Superstars.

Doch mit dem Erfolg kamen die Probleme: Alkohol und Drogen sowie das Problem das sich Jim Morrison eher als Lyriker denn als Rockstar sah sorgten dafür das es innerhalb der Band bereits früh zu Spannungen kam. Die Band hielt trotz der Probleme recht lange durch, nach dem sechsten Album "LA Woman" nahm sich Morrison eine Auszeit - er zog zusammen mit seiner Freundin Pamela nach Paris wo er über sich und seine Zukunft nachdenken wollte.

Am 03.07.1971 (ja - es jährt sich in diesem Jahr zum 45. mal) wird Jim Morrison tot in der Badewanne in seiner Wohnung gefunden. Die Todesursache ist nicht ganz geklärt weil sein Leichnahm sehr schnell und ohne gründliche Untersuchung in Paris begraben wird - die offizielle Todesursache ist "Herzstillstand", Jim Morrison wurde nur 27 Jahre alt.

Die Doors und vor allen ihr Sänger Jim Morrison sind legendär - bis heute. Das kurze, schnelle Leben von Jim Morrison gab es als Buch ("Niemand kommt hier lebend raus" von Jerry Hopkins und Daniel Sugarman) und sogar als Film ("the Doors" von Oliver Stone). Autor Tom Noga - der bereits vor kurzem das hier bereits vorgestellte Hörspiel "Gram" über das Leben von Graham Parson gemacht hat - bastelt aus Spielszenen, Anekdoten, O-Tönen sowie Kommentaren ein sehr kurzweiliges und unterhaltsames Hörspiel über die Doors und Jim Morrison, natürlich garniert mit jede Menge Musik. Sehr gut gemacht - nicht nur für Fans.

Der WDR bietet das Hörspiel zum kostenlosen Download an.

Dienstag, 21. Juni 2016

Free Music: Four Tet "Randoms"


Coverartwork by Jason Evans

Kieran Hebden alias Four Tet ist so nett und haut seine neue Compilation für lau raus (genauer: Name you price, was auf das gleiche rauskommt). "Random" beinhaltet Material welches Four Tet für diverse Compilations gemacht hat und es nun hier in gebündelter Form gibt. Die Tracks entstanden im Zeitraum von 1996 bis 2013, die Musikalische Bandbreite ist genauso weit gefächert wie der Zeitraum wo diese Tracks entstanden. Mal sehr verfrickelte House Entwürfe wie "Nothing to see" oder Geradliniger Techno wie in "For these Times" aber auch Jazzige Sachen sind zu hören. Logisch das bei einer solchen Sammlung der rote Faden fehlt aber dafür ist (zumindestens in der Theorie) für jeden was dabei.

Das ganze gibt es als Name your Price bei Bandcamp, wer will darf gerne ein paar Euro dafür bezahlen muß dies aber nicht tun. Wie immer stehen diverse Dateiformate zur Auswahl, für die Soundpuristen gibt es sogar Verlustfreies WAVE.

Kam über Das Kraftfuttermischwerk rein und auch bei den Blogrebellen ist es ein Thema.

Montag, 20. Juni 2016

Kraut & Rüben - Die Geschichte Deutscher Rockmusik

Bild unter CC 2.0 CC BY-NC-ND 2.0
Bildquelle: Flickr
Fotograf: S Ehlers


Kommen wir zu einem Thema das bei vielen Menschen eher nicht so geläufig ist: Die Deutsche Rockmusik von circa Mitte der 1960iger bis hin zu ungefähr Ende der 1970iger Jahre, von den Engländern gerne auch als Krautrock bezeichnet - einen Begriff der sich später dann auch bei uns durchsetzte obwohl viele Bands mit diesem Begriff eher wenig anfangen konnten. Viele meinen übrigens das Krautrock ein Stil sein, vielmehr ist es nur ein Sammelbegriff für Deutsche Musik deren Bandbreite vom Rock über Elektronik bis hin zu Free Jazz / Jazz Rock reicht. Eine Musikalisch sehr spannende Zeit wo Grenzen aufgebrochen und neu definiert wurden....und die Saat für das gelegt wurde was wir heute so allgemein als Deutsche Rock- und Popmusik bezeichnen.

Das Team vom WDR Rockpalast hat vor einigen Jahren das große Themenfeld "Deutsche Rockmusik" in einer knapp Sechsstündigen Dokumentation sehr ausführlich aufbereitet. Neben den bekannten Bands wie Can, Kraftwerk (die selbstverständlich ein Interview ablehnten) oder Tangerine Dream kommen auch Bands wie Karthago oder Frumpy zu Wort (und noch viele viele andere). Man erfährt etwas über die legendären Essener Songtage 1968 oder über die Geschichte von Rolf-Ulrich Kaiser der als Inhaber der legendären Labels Pilz und Ohr dafür sorgte das vieles von dem was da zusammen musiziert wurde auch in die Plattenläden kam. Witzig (und mir völlig unbekannt) ist auf jeden Fall die Information das z.B. zu jener Zeit der Beruf des Künstlermanagers in Deutschland verboten war und Künstlervermittlungen nur über das Arbeitsamt laufen mußten.

Es wird die gesamte Bandbreite des "Krautrock" teilweise sehr ausführlich vorgestellt, man zählt sogar die Politischen Liedermacher und Politrockbands dazu (hier u.a. natürlich Ton Steine Scherben), ebenso gibt es eine ganze Sendung über die Elektronikkünstler oder über die Deutschen Hardrock Bands. Neben historischen Bildmaterial (in entsprechender Bildqualität) gibt es auch neue Interviews der Musiker die ihr damaliges Wirken mal Ironisch, mal abgeklährt reflektieren.

Also knapp sechs Stunden geballtes Musikwissen, sehr sehenswert und informativ - auf YouTube leider nicht vollständig zu finden aber dafür war jemand so nett und hat alle sechs Folgen bei Dailymotion hochgeladen. Wer also mal etwas Zeit hat der kann mal seinen Musikalisch Horizont erweitern und viele Informationen zu Krautrock bekommen - und wer weiß, eventuell findet man ja hier eine Band deren Musik einem gefällt und die man bis dato nicht auf dem Schirm hatte (bei mir war es Frumpy, deren zweites Album ist eine Bombe...meiner bescheidenen Meinung nach).

Leider will der Mensch der diese Dokumentation hochgeladen hat nicht das man die Filme auf der Webseite einbettet (genauer: man kann sie zwar einbetten aber nicht abspielen sondern man wird auf die Dailymotion Webseite umgeleitet), deshalb hier jetzt die Direktlinks. Ja Ja - warum einfach wenn es auch kompliziert geht....

Folge Eins: Neue Töne braucht das Land
Folge Zwei: Es muß Deutsch sein
Folge Drei: Ab ins Unbekannte
Folge Vier: Vorsicht Kunst !
Folge Fünf: Harte Zeiten
Folge Sechs: Elektrische Impulse

Mittwoch, 8. Juni 2016

Die Amiga Story

Das Plattenlabel Amiga ist bekanntermaßen das Plattenlabel der DDR, gegründet wurde es bereits kurz nach Kriegsende 1947. Veröffentlicht wurde auf Amiga alles - von Schlager über Pop, Volksmusik und Klassik, Jazz und Rockmusik. Neben DDR Künstlern gab es auch Lizenzpressungen von Westkünstlern, meist eigenständig zusammengestellte Best-of Compilations aber auch reguläre Alben. Auf der Coverrückseite vieler dieser LPs befanden sich sehr gute Linernotes über den Künstler die wirklich lesenswert waren (ich hatte mal auf einem Flohmarkt eine Amigapressung von Peter Gabriels So Album in der Hand wo die Karriere des Ex-Genesis Sängers perfekt zusammengefasst wurde. Ich ärgere mich heute noch das ich die damals dem Typen nicht abgekauft habe). Ebenfalls erwähnenswert ist die Amiga Quartett Reihe, eine 7" Vinyl EP mit vier Stücken des jeweiligen Künstlers - also eine Mini-Best-of.
1994 wurde Amiga dann geschlossen, als Markenname existiert das Label aber immer noch.

Diese Dokumentation aus dem Jahre 1998 beleuchtet kurz und knackig die Geschichte des Labels, zwar mit viel Schlagermusik aber trotzdem sehr sehenswert.


Die AMIGA Story from Herr Ungebührlich on Vimeo.