Freitag, 26. Februar 2016

Michael Münzing live im Dorian Gray 1983

Foto unter CC BY-SA 3.0
Quelle: Wikipedia
Fotograf: Timo Stoll

Machen wir eine kleine Zeitreise - es ist Samstag der 3. Dezember 1983, wir sind in der legendären Discothek Dorian Gray im Frankfurter Flughafen und hinter den Plattentellern im großen Club steht Michael Münzing. Es ist also eine Zeit wo es in Sachen Musikstil in den Discotheken noch etwas wild und durcheinander zugeht. Münzing macht ein buntes Programm aus Italo Disco, Old-School Hip Hop und Soul, New Wave und Pop. Es war noch eine Zeit wo die Musik von Plattenspielern (hier Thorens MKII) kam und nicht aus dem PC mit Hilfe von Software zusammengemischt wurde. Es war noch (Sprichwörtlich) handwerkliches Können beim DJ gefragt und was Münzing hier Mixtechnisch abzieht ist wirklich beeindruckend. Hier ist alles noch richtige Handarbeit.

Denn es gab ein Tapedeck und so hat Michael Münzing zwei C90 Kasetten mitlaufen lassen und diesen Abend (zum Teil) aufgezeichnet. Und jetzt, 33 Jahre später war Er so nett und hat diese rund drei Stunden aus seinem Archiv geholt und auf seinem Soundcloud Account hochgeladen. Soundtechnisch klingt das ganze erstaunlich gut und frisch, ein hörenswertes Zeitdokument sowohl technisch wie Musikalisch.

Und hier in eigenen Worten von Michael Münzing
"At the early 80s, there was no Technics no CDs no Traktor, i mixed on Thorens MKII, at the Big Club at Dorian Gray in Frankfurt, starting from 21:00 untill 11:00 next morning, no break no drugs, when music in Clubs was pure soul, everything mixed together Rap, Disco, Soul, Electronic, New Wave. i DJed there from 1982 to 1985 with the best Lightjockeys in the World, Ferno Madmud, Frank Hildmann, Andreas Röhl and Uwe Heinzelman. Without this fantastic journey i would never become such a successful Musicproducer and Songwriter. Thanks to Gerd Schüler and Michael Presinger to let me rock there Club"



Dienstag, 23. Februar 2016

Podcast: Dave Seaman "How I meet the Bass #14"


Die Podcast Reihe "How I meet the Bass" von Marc DePulse sind nicht nur einfache aktuelle Promomixe von DJs sondern sollen Musikalisch aufzeigen wie der Musikalische Weg des jeweiligen DJs stattfand - mit anderen Worten: Hier gibt es OldSchool Sounds mit eben jenen Stücken die dafür sorgten das eben die jeweiligen DJs zu dem wurden was sie heute sind.

Ausgabe Nummer 14 kommt von Dave Seaman und ist eine ziemlich Coole Angelegenheit geworden. Seaman - Jahrgang 1968 - mischt sich nämlich kräftig durch Old-School Electro, New Wave und Synthiepop, das komplette Früh-80iger Programm halt. Das macht er wie bei ihm üblich ziemlich cool und locker, so mixt er in Kraftwerks "Trans-Europa-Express" mal eben "Situations" von Yazoo...und es funktioniert bestens.

und in seinen eigenen Worten
"When Marc invited me to take part in his HOW I MET THE BASS series, where DJs and producers relate some of their early influences in dance music, I decided to bypass the halcyon days of acid house, which is ground I’ve covered many times before, and go even further back. This mix spans the mid 1980s and features some the anthems of my youth. From the electro of my breakdancing days to the proto-house of my early clubbing adventures and my obsession with the New York nightlife of the time, this is How I Met The Bass. Hope you like it."

Einer der Mixe die ich selber gerne mal gemacht hätte, die Platten stehen (fast) alle hier bei mir im Schrank. Nun gut, Dave war schneller und der kann das auch besser. Also viel Spaß und wer alle Tracks erkennt ist ziemlich sicher Ü40....



Kam über die Facebookseite von Dave Seaman rein

Berühmte Alben als Bücher

Lustige Posteridee aus UK - was wäre wenn Musiker nicht eben Musiker geworden wären sondern Buchautoren ? Auf diesen Postern werden berühmte Alben als Bücher dargestellt, wobei jeder Songtitel ein Buch darstellt.
Im Falle von Depeche Mode "Music for the Masses" sieht das dann so aus...


Neben Depeche Mode gibt es noch Kraftwerk (Stilecht als gelbes Reclam Heft), Radiohead, Pink Floyd und noch jede Menege andere. Mit rund 25 Britischen Pfund (plus Versand) aber keine günstige Art sein Musikzimmer zu schmücken, zumal man noch den Rahmen dazu kaufen muß....

Sonntag, 21. Februar 2016

Cup Song Cover von ElovY

Man nehme: einen Holztisch im Wald, einen großen Plastikbecher, zwei Hände und eine schöne Stimme - fertig ist der gute Laune Song für diesen (Wettertechnisch be...scheidenen) Sonntag von ElovY.




Kam über den Twitteraccount von ElovY rein

Samstag, 20. Februar 2016

Free Music: Joe Bonamassa "Drive"


Und nochmal Joe Bonamassa, hatten wir hier ja schon einmal. Der gute Joe ist Albumkünstler und Singles aus seinem Album dienen eher dazu das jeweilige Album zu bewerben. Also warum eine Single verkaufen - man kann sie auch verschenken. Und das macht Joe Bonamassa diesmal. Sein neuer Song "Drive" aus dem kommenden Album "Blues of Desperation" (VÖ Datum: 25.03.2016) gibt es diesmal für lau...und das beste: In feinster WAVE Qualität. Da nimmt man doch gerne in Kauf das man auf eine Mailing Liste gesetzt wird (wie schon einmal hier erwähnt - was Promotion in den modernen Medien angeht ist Joe Bonamassa Meister).

Ein nettes Video gibt es auch dazu - wem also der Song gefällt der klicke hier und wie schon erwähnt: es ist eine WAVE Datei mit 55 MB, nicht das mir hier über die Dateigröße gemotzt wird....



kam über Laut.de rein, die Facebookseite von Joe Bonamassa hat es auch gemeldet.

Freitag, 19. Februar 2016

Kurzfilm: "Tango"

"Tango" ist ein Kurzfilm von dem Polnischen Filmemacher Zbigniew Rybczyński (ich habe KEINE Ahnung wie das ausgesprochen wird !) aus dem Jahre 1980, der im Jahr 1983 den Oscar für den besten animierten Kurzfilm erhielt (als erster Polnischer Film überhaupt).
Wem jetzt der Name Zbigniew Rybczyński im ersten Moment nix sagt (was ich verstehen kann) dem sei gesagt das er durchaus die ein oder andere Arbeit von ihm kennen könnte - sofern er in den 80iger Jahren seine Kindheit / Jugend vorm Fernseher mit MTV verbracht hat. Denn Zbigniew Rybczyński drehte nach seiner Flucht aus Polen für diverse Pop- und Rocksongs Musikvideos, so u.a. für die Pet Shop Boys ("Opportunities (let´s make some Money" 2nd Version) oder für the Art of Noise ("Close to the Edit") - eine genaue Auflistung seiner Arbeiten findet man auf der Englischen Wikipediaseite oder auf seiner eigenen Webseite.

Doch zurück zu "Tango". Ich habe diesen Kurzfilm vor Jahren irgendwie durch Zufall auf irgendeinem Kultursender (also entweder ARTE oder 3SAT) gesehen und war von ihm mächtig beeindruckt. Heutzutage ist das ganze mit Computertechnik wesentlich einfacher zu realisieren, doch die gab es 1980 generell noch nicht und erst Recht nicht in Polen. Hier ist noch alles in Handarbeit zusammengebastelt worden - Arbeitszeit 7 Monate bei 16 Stunden Arbeitszeit pro Tag, wie genau er das alles machte erzählt er auf seiner Webseite, inklusive helfenden Zeichnungen (direkter link leider nicht möglich - einfach auf "Filmography" klicken und dann bei 1980 "Tango" auswählen).

Heraus kam der ultimative Gehirnfick, genau das richtige fürs Wochenende. Leider sind von der Qualität her gute Kopien dieses Films nur recht schwer zu finden, das was ich hier habe dürfte Qualitativ die beste sein.

Hier übrigens noch eine schöne Beschreibung vom Mitternachtskino


Tango (Studio SeMaFor-Zbigniew Rybszynski, 1980) from Rico Lins +Studio on Vimeo.

Mittwoch, 17. Februar 2016

Free Music: Mindspeak - "Pictures"


Mindspeak kommen aus Wien, bestehen aus vier Musikern und einer Sängerin und diese haben im Januar 2014 ihr Debütalbum "Pictures" auf eigene Rechnung rausgebracht. "Pictures" ist (soweit ich das richtig verstanden habe - ich verfolge Texte eher so nebenbei und gehe dabei selten in die Tiefe) ein Konzeptalbum über die Bilder die angeblich beim Ableben im Kopf entstehen. Zu hören gibt es rund 60 Minuten melodischen Progressive Rock bei dem die Gitarre gerne auch mal etwas härter zur Sache gehen darf, es gibt Passagen mit mehrstimmingen Gesang und Instrumente wie Saxophone oder Klarinette zu hören. In einer Review bei den Babyblauen Seiten werden Parralellen zu Spocks Beard, Dream Theater oder den Flower Kings gezogen - was man von solchen Vergleichen halten kann sollte man sich selber ausmachen.

Mir gefällt das Album einfach, weil hier junge Musiker das machen worauf sie Bock haben und nicht auf irgendwelche Kommerzielle Belange Rücksicht nehmen - den Radiotaugliche Musik gibt es hier nicht. Im ersten Moment mag die Stimme von Sängerin Viktoria Simon etwas seltsam klingen und so gar nicht in das Musikalische Umfeld passen. Hat man sich erstmal an ihre Stimme gewöhnt dann ist es genau die eigenwillige Note die vielen Bands abgeht. Die junge Frau macht einen tadellosen Job, man muß ihr nur eine Chance geben.

Klar - das Rad wird hier nicht neu erfunden und man mag Mindspeak vorwerfen das sie sich einmal kreuz und quer in bekannten Musikalische Gefilden bedienen und bewegen. Aber die Musiker sind noch jung (Altersspanne 20 bis 25 Jahre), da darf man Kompositorisches Neuland sicherlich nicht erwarten.

"Pictures" ist ein gut zu hörendes, größtenteils sehr melodisches Album mit hohem Instrumental Anteil und einer Sängerin die für dieses Genre eine etwas ungewöhnlichen Stimme hat (bei den BBS wird die Stimme übrigens als "aufdringlich" bezeichnet - etwas was ich eben nicht so sehe bzw höre).

Die Band gibt ihr Album bei Bandcamp in der pay-what-you-want Variante ab, ohne Minimum - man kann also auch Null Euro eingeben aber ganz ehrlich: Das ganze ist so gut produziert das man durchaus ein paar Euro freiwillig dafür bezahlen kann. Wer es Old School mäßig mag (und die Band Geldmäßig unterstützen will) für den gibt es eine CD Version für nur 12 Euro zu bestellen. Eine Live Version ist auch erhältlich.

Sonntag, 14. Februar 2016

Hörspiel "Fast Genial" von Benedict Wells


Foto unter CC Lizenz CC0 (Public Domain / Gemeinfrei)
Bildquelle: Pixabay
Fotograf: Public Domain Picture


Francis Dean ist (fast) 18 Jahre alt und erfährt nach einem Selbstmordversuch seiner Mutter das er seine Existenz einer Samenbank verdankt die als Samenspender hochgebildete Männer hatte - eine "Samenbank der Genies" sozusagen. Zusammen mit der etwas seltsamen Anne May sowie seines besten Freundes Grover macht sich Francis auf die Suche nach seinem genialen hochgebildeten Vater. Die Suche geht quer durch die USA und führt ihn sogar nach Mexiko - doch sein Vater entpuppt sich nicht gerade als das was Francis erwartet hat, obwohl ihm auf der Reise schon einige Zweifel gekommen sind...

Ich kenne die Literarische Vorlage nicht, kann also somit nicht beurteilen ob dieses Hörspiel dem zugrunde liegenden Buch gerecht wird. Das Taschenbuch aus dem Diogenes Verlag hat 336 Seiten, das man soviel in ein Hörspiel von knapp 49 Minuten Laufzeit quetscht ist aber schon etwas verwunderlich. Ich nehme also mal stark an das da viel rausgekürzt wurde, zudem merkt man beim hören das einiges ziemlich gehetzt wirkt.
Das ist insofern schade weil das ganze nämlich wirklich schön zu hören ist - die Story macht (nach einem etwas seltsamen Einstieg) Spaß und irgendwie hätte man gerne noch mehr von dem ungleichen Jugendlichen Trio gehört. Aber was nicht ist ist halt nicht - so bleibt ein kurzes aber unterhaltsames Hörspiel mit viel Hip Hop Musik.

Der WDR bietet das Hörspiel zum kostenlosen Download an.

Produktion: WDR 2012
Bearbeitung und Regie: Anja Herrenbrück
Redaktion: Georg Bühren

Kurzfilm "Zehn hoch"

Kommen wir mal wieder zum Thema "Bildungsauftrag" weil das Leben besteht nicht nur aus dem Download von Musik und Hörspielen - wer meinen Blog hier besucht soll auch mal was fürs spätere Leben mitnehmen.

Heute also steht hier bei mir Astrophysik auf dem Lehrplan. "Zehn hoch" ist ein Kurzfilm aus dem Jahre 1977 von Charles und Ray Eames und in diesem Film bekommt man recht schon das Thema Zehnerpotenzen und wie man Entfernung und Größe einschätzen kann. Der Film beginnt mit einer Einstellung auf ein Paar das am Michigansee ein Picknick macht, gedreht aus einem Meter Entfernung mit einem Bildausschnitt von ein Meter mal ein Meter. Alle zehn Sekunden entfernt sich die Kamera eine Zehnerpotenz weiter weg bis wir dann am Rande des Universums bei 10 hoch 24 Meter sind.
Danach geht es in die Tiefe der Menschlichen Haut bis wir bei 10 hoch -16 Meter sind und Atome sehen.

Was lernen wir daraus ? Größe und Entfernung ist was ziemlich relatives, zum Glück kommt der Film recht locker rüber sonst wäre das ganze für die meisten ziemlich unverdaulicher Stoff.
Manch einer wird diesen Film sicherlich noch aus dem Physik- oder Erdkundeuntericht kennen (einer dieser Filme die Lehrer in den 80igern so liebten, nur Stilecht auf VCR Videokassetten). Ich habe ihn erstmals in der legendären Space Night im Bayrischen Rundfunk gesehen - dort aber in einer gekürzten Version von rund vier Minuten wo es nur ins All ging (logischerweise), den zweiten Teil hatte man da unterschlagen. Ich wußte lange Zeit gar nicht das es da eine längere Fassung gibt, auch der Kommentar in der Kurzfassung war ein anderer. Ich finde den Film auf eine besondere Art faszinierend, auch wenn manches sicherlich von Forschungsseite aus überholt ist.

Nun gut - hier also die Langfassung mit dem Original Kommentar. Gut aufpassen - nächste Woche wird abgefragt und ein Test geschrieben.