Montag, 30. November 2015

Hörspiel: "Doberschütz und das Gleichgewicht des Schreckens" von Tom Peukert


Foto unter CC Lizenz CC0 (Gemeinfrei / Public Domain)
Bildquelle: Pixabay
Fotograf: Paramjeet

Ostberlin, Hauptstadt der DDR im Jahre 1982. Frank Doberschütz arbeitet als Privatdetektiv, einen Beruf den es in der DDR nicht gibt. Somit geht er einer illegalen Tätigkeit nach die im Verborgenen stattfindet. Eines Tages bekommt er einen vertraulichen Auftrag von Diethard Springer, der als Hirnchirurg in der Berliner Charité arbeitet: Dessen Tochter ist entführt worden, Doberschütz soll sie finden. Die Ermittlungen müßen natürlich sehr behutsam ablaufen, trotzdem bekommt die STASI Wind von der Sache. Was hat das Ministerium für Außenhandel mit der Sache zu tun ? Wer oder was ist "Wilhelm Kühn" ? Je weiter Doberschütz gräbt desto größer werden die Dimensionen des Falles...

Es ist das Setting das sich Autor Tom Peukert ausgedacht hat was diesen zweiteiligen Krimi über den Durchschnitt der üblichen Krimihörspiele hebt. Einen Krimi der in der DDR spielt hat man nicht alle Tage. Das ganze Hörspiel ist spannend umgesetzt worden, die Sprecher passen bestens zu Ihren Rollen und die Atmosphäre stimmt auch. Das zweiteilige Hörspiel gehört auf jeden gut sortierten MP3 Player.

Produktion: WDR 2015/ 55’
Regie: Thomas Leutzbach
Redaktion: Georg Bühren

Das zweiteilige Hörspiel wird vom WDR zum legalen freien Download angeboten - Teil eins gibt es hier und Teil zwei ist hier zu finden.

Review: "Weinberg"



Deutschland 2015

Darsteller
Friedrich Mücke
Antje Traue
Arved Birnbaum
Ronald Kukulies
Sinha Melina Gierke
Gudrum Landgrebe
u.v.a.m.

Drehbuch
Jan Martin Scharf und Arne Nolting

Regie
Till Franzen und Jan Martin Scharf

Produzierender Sender
TNT Serie

Folgenanzahl und Laufzeit
Sechs, zwischen 52 bis 55 Minuten pro Folge

Ein Mann wacht in einem Nebelverhangenen Weinberg auf. Er hat ein Wunde am Kopf und kann sich an nichts erinnern, weder wo er sich befindet oder wie sein Name lautet. Am Zaun neben ihm hängt die Leiche einer schönen jungen Frau, wer sie ist und wie diese dahin kommt kann er sich nicht erklären. Er läuft in das nahegelegene Dorf um Hilfe zu holen, doch als die Dorfbewohner zu besagter Stelle kommen ist die Frauenleiche verschwunden. Der Mann, der sich nun aus der Not heraus „Johannes Fuchs“ nennt bleibt im Dorf und staunt nicht schlecht als sich die junge Dame höchst lebendig als die Weinkönigin des Ortes entpuppt – und diese dann eine Nacht später tot an der gleichen Stelle im Zaun auf dem Weinberg gefunden wird wo sie zuvor von Fuchs gesehen wurde. Fuchs beginnt zu beobachten, zu „ermitteln“ und entdeckt viele seltsame Personen und mysteriöse Ereignisse. Welches Geheimnis hat der Weinberg….?

Das Deutsche Pay TV macht ernst. Was in den USA seit vielen Jahren gang und gäbe ist muß doch auch bei uns möglich sein: Eine Qualitativ hochwertige Serie zu produzieren die mit Internationalen Standards mithalten kann. Und so sind einige Projekte angekündigt wie das Tom Tykwer Projekt „Hotel Babylon“ für Sky Europe. Ausgerechnet der kleine Pay TV Sender TNT Serie aber schaffte es als erster eine selbstproduzierte und selbst entwickelte Serie an den Start zu bringen. Erst die Comedyserie „Add a Friend“, zwar sichtbar mit mageren Budget produziert aber dafür mit einer innovativen Idee die sogar den renomierten Grimme Preis bekam. Und nun im Herbst 2015 kommt mit „Weinberg“ bereits die zweite Eigenproduktion von TNT Serie – wieder komplett selber entwickelt und komplett in Deutschland produziert.

Wer jetzt schon direkt abwinkt mit dem Argument „Ist aus Deutschland, kann also nichts sein“ dem entgeht ein wirklich interessantes und sehr ambitioniertes Projekt das eben NICHT in diese Argumentationskette paßt. „Weinberg“ ist eben NICHT typisch Deutsch, es sieht noch nicht mal Deutsch aus obwohl es unübersehbar in Deutschland spielt und auch mit Deutschen Klischees spielt.

Die Atmosphäre ist drückend – ständiger Nebel, kühle, dunkle Bilder. Bunte Farben ? Fehlanzeige, alles ist in Erdtönen gehalten. Einen hellen Farbtupfer gibt es nicht. Die Ausstatter tobten sich in den Räumen richtig aus: dunkle Eichenmöbel, dunkle Tapeten, altmodische Möbel und Geräte (Stichwort: Telefon mit Wählscheibe) und dann noch jede Menge Hirschgeweihe und ausgestopfte Tiere an den Wänden. Wären da nicht aktuelle Autos und das ein oder andere Handy könnte man fast meinen 40 Jahre durch die Zeit gereist zu sein. Besonders krass ist Optisch der Friseursalon der eher wie ein Museum wirkt. Auch bei der Kleidung der Darsteller ist alles extrem altmodisch und bieder und in dunklen Farben gehalten, selbst das Festkleid der Weinkönigin wirkt trotz eines rosa Farbtons dunkel und düster.

Dazu jede Menge skurrile Typen. Der Wirt der Dorfkneipe, gleichzeitig Bürgermeister ist ein Egoistisches Schwein. Der Pfarrer aus Asien der kaum bzw sehr schlecht Deutsch spricht. Der stumme Junge der mehr zu wissen scheint als er zugibt. Die schräge Punkrockband. Die Weinkönigin die ein dunkles Geheimnis hat. Die streng Gottgläubig Famile wo die Frau die bereits großen Kinder noch an der Brust stillt und wo der Mann eine gar nicht so fromme Neigung hat. Die Friseuse die als Medium arbeitet. Die Lehrerin die sich selber ritzt. Und was hat es mit dem Tot eines jungen Mädchen in roten Gummistiefeln auf sich ? Ein riesiges Sammelsurium an schrägen, nicht alltäglichen Figuren.

Wer jetzt nach dieser Beschreibung denkt: „Das klingt doch irgendwie nach Twin Peaks“ der hat vom Prinzip her Recht und liegt trotzdem falsch. Die Grundsituation mag ähnlich sein, „Weinberg“ geht aber einen ganz anderen Weg. War „Twin Peaks“ eine Mystery Serie im Deckmantel einer Soap so ist „Weinberg“ komplett Soapfrei. „Weinberg“ hält seine düstere, drückende Stimmung konsequent durch und ist komplett Humorfrei.

Die Macher setzen dabei auch auf das vorhandene Lokalkolorit. Gedreht wurde das ganze im Dorf Mayschoß im Nahrtal. Die verwinkelten Gassen, die alten Häuser und die ringsherum liegenden hohen Weinberge geben die perfekte Atmosphäre ab. Es muß nicht immer USA sein, auch in Deutschland haben wir seltsame, bedrückende Orte.

Bei den Darstellern setzt man auf eher unbekannte Namen, lediglich Hauptdarsteller Friedrich Mücke dürfte dem ein oder anderen ein Begriff sein. Gudrun Landgrebe spielt auch mit, hat aber nur eine kleine (aber wichtige) Nebenrolle. Der Rest von Cast sind keine Big Names aber dafür zum jeweiligen Rollentyp passende Schauspieler die ihre Sache allesamt richtig gut machen. Zum Glück hat man der Versuchung nicht nachgegeben Werbewirksam irgendwelche großen Namen für Nebenrolle zu verpflichten.

Ein kleines Wort noch zu diversen Kritikerstimmen die man öfters nach der Ausstrahlung der ersten Folge lesen konnte. Dort kann man den Vorwurf finden das Mücke seltsam Emotionslos und nüchtern spielt. Das stimmt, hat aber einen Grund der erst bei der Pointe in der letzten Folge geklärt wird (und auf den ich jetzt nicht eingehen werde). Die Auflösung der Geschichte ist zwar jetzt nicht super innovativ oder gar neuartig, für eine Deutsche Produktion aber durchaus anders und ungewöhnlich. Denn viele Szenen und Begebenheiten, die man im laufe der Serie als komisch oder seltsam einstuft entpuppen sich nach der Auflösung als eben logisch und konsequent.

„Weinberg“ ist keine Serie für die breite Masse aber der Beweis das die Deutschen es doch drauf haben mal gute Unterhaltung auf Internationalen Niveau zu machen. Wer die Chance hat diese schräge, düstere Genrekleinod zu sehen der sollte es tun. Dranbleiben lohnt sich. Ein dickes Lob an den kleinen Sender TNT Serie der dieses Projekt gestemmt hat.
9/10

„Weinberg“ ist im Moment auf den Pay TV Sender TNT Serie zu sehen. Der Privatsender VOX hat die Free TV Rechte erworben und wird die Serie 2016 zeigen. Bei amazon Video ist die Serie ebenfalls verfügbar. Ein Datum für eine DVD / Blu-Ray Veröffentlichung ist noch nicht bekannt.

Webseite zur Serie

Weitere Kritikerstimmen
Spiegel Online
FAZ
Quotenmeter

Diese Review erschien zuerst auf DVD Narr sowie auf Liquid Love, für diesen Blog wurde die Review angepast und Sprachlich leicht verbessert.

Update: Eyevory schließen ihr Crowdfounding Projekt erfolgreich ab


Glückwunsch - der Sack ist Erfolgreich zu gemacht worden ! Die Bremer Band Eyevory hat die Erforderlichen 12.500 Euro zusammenbekommen und kann nun ohne Probleme ihr zweites Album "Inphantasia" aufnehmen. Es gab sogar ein klein wenig mehr - insgesamt 13.040 Euro sind zusammengekommen. Glückwunsch nochmal auch von mir an dieser Stelle, ich war ja auch einer der Unterstützer (sogar mit einer der Ersten).

Das einzige was mich in diesem Zusammenhang etwas nachdenklich macht ist die Tatsache das Eyevory ihr Album erst 101 mal verkauft hat, davon sieben mal als Download. Das es um die Musikindustrie nicht gerade gut steht ist altbekannt, das es aber mittlerweile wirklich so schwer geworden ist eine anständige Anzahl an Einheiten (unter "anständig" verstehe ich vierstellige Auflagenzahlen) zu verkaufen betrübt mich dann doch etwas.

Nichtsdestotrotz freue ich mich auf die CD, die dann wohl kommenden Sommer irgendwann in meinem Briefkasten liegen wird.

Samstag, 28. November 2015

Der neue EDEKA Werbespot "Heimkommen"

Hinweis in eigener Sache
Dafür das ich hier jetzt einen Werbespot poste bekomme ich kein Geld von dem besagten Unternehmen, ich tue dies weil mir der Spot gefällt und die Aussage dahinter gut und wichtig finde. Bei anderen Blogs mag dies anders sein, mein Blog ist Werbefrei.
Natürlich will das Unternehmen das möglichst viele darüber berichten, somit Ziel erreicht.Wenn etwas gut gemacht dann ist das trotzdem Berichtenswert, auch wenn es Werbung ist. Auf das Gewinnspiel dazu weise ich jetzt nicht hin und EDEKA Kunde werde ich jetzt auch nicht - weil ich keinen Supermakt dieser Kette vor Ort habe (Tja - Pech gehabt).

Danke für die Aufmerksamkeit, nun geht es weiter mit Werbung (der Kalauer mußte sein - Sorry).
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Einfach anschauen und darüber nachdenken ob das nicht bei einem selber auch der Fall ist. Taschentücher sollte man aber bereithalten....denn diesmal ist der EDEKA Weihnachtsspot nicht so lustig.



Danke an Das Kraftfuttermischwerk und an die Blogrebellen

Montag, 23. November 2015

Foo Fighters - Saint Cecilia EP for Free


Die Foo Fighters sind Musikalisch nicht so mein Ding, aber diese Aktion ist schon cool - vor allen für den Status den die Band hat. Die Band gibt ihre neue EP "Saint Cecilia" mit fünf neuen Songs für lau raus, das Geld was man dafür gespart hat soll man dagegen den Opfer der Parisattentate spenden, wer 100 Dollar oder mehr spendet bekommt als Geschenk ein T-Shirt obendrauf.

Dave Gohl im Wortlaut:

Tonight, Let me begin with a preface to a letter I wrote a few weeks ago from my hotel room in Berlin while on our final tour for this album. I felt the need to write this foreword in light of the heartbreaking tragedies of Nov. 13th, as this project has now taken on an entirely different tone. As has everything, it seems…

„The Saint Cecilia EP was put into motion back in October of this year as a celebration of life and music. The concept being that, as our world tour drew to a close this week, we wanted to share our love of both with you in return for everything you have given us.

Now, there is a new, hopeful intention that, even in the smallest way, perhaps these songs can bring a little light into this sometimes dark world. To remind us that music is life, and that hope and healing go hand in hand with song. That much can never be taken away.

To all who were affected by the atrocities in Paris, loved ones and friends, our hearts go out to you and your families. We will return and celebrate life and love with you once again someday with our music. As it should be done.“

Dave Grohl


Die EP gibt es hier, es stehen drei Dateiformate zur Verfügung: MP3, WAVE oder FLAC. Mann kann es auch über diverse Dienste streamen oder - ganz Old School - auf Vinyl 12" vorbestellen (die kostet aber logischerweise Geld).

via kraftfuttermischwerk

Freitag, 20. November 2015

Kickstarter Projekt: Farbe beim trocknen zuschauen



Es gibt manchmal Dinge die sind so bescheuert das es schon wieder geil ist, zumal diese Aktion hier sogar einen realen, ernsten hintergrund hat. Der Britische Filmemacher Charlie Lyne ärgert sich darüber das er als unabhängiger Filmemacher der BBFC (der Britische Pedant zur Deutschen FSK) viel Geld dafür zahlen muß damit seine Filme eine Freigabe erhalten. Nun will er eben diese Organisation mit deren Waffen schlagen. Er bemalte eine Ziegelsteinwand mit weißer Farbe und filmte dann den Trocknungsprozess, insgesamt 14 Stunden lang. Nun liegt es an uns wie lang dieser Film nun wird den er dann bei der BBFC zur Bewertung einreichen wird. Die Mindestlänge von 90 Minuten (= 109 Britsche Pfund) sind bereits erreicht, wenn sich genug finden und der Film tatsächlich 14 Stunden lang wird dann muß die BBFC sich auch diese ganzen 14 Stunden anschauen und bewerten.
Krasse, lustige Aktion - geht das auch mit der Deutschen FSK ?

Hier geht es zur Kickstarter Kampanie, mit 7 Pfund addiert man 1 Minute Film

Kam über die Facebokpage von Filmundo rein.

Donnerstag, 19. November 2015

Free Track von Fur Coat "Kick your Smile"



Das aus Venezuela stammende DJ und Produzentengespann Fur Coat hatte ein bewegtes Jahr 2015 - ein Mix für die renomierte Balance Compilation Reihe und unzählige DJ Auftritte rund um die Welt. Aus diesem Grund verschenken die beiden auf ihrem Soundcloudaccount den Track "Kick your Smile" den sie zusammen mit Bon Homme von Who made Who aufgenommen haben.
Nun habe ich persönlich es seit einiger Zeit nicht mehr so mit Techno und House, aber den Track finde sogar ich richtg gut. Man könnte es als Deep House bezeichnen, wenn es nicht so ein Schimpfwort wäre. Aber tatsächlich ist dieser Track sowohl House wie auch Deep - zumindestens deeper als 90% von dem was jede Woche bei Beatport als eben Deep House bezeichnet wird. Und ganz ehrlich: Dieser Free Track ist sogar noch besser als 90% von dem was es jede Woche bei Beatport und Co zu kaufen gibt. Es hat schon seinen Grund weswegen ich so gut wie kein Techno und House mehr höre, aber das ist ein anderes Thema.....

Dienstag, 17. November 2015

Hörspiel: "Der Zug" von Martin Heindel


Bild unter CC Lizenz CC0 (gemeinfrei / Public Domain)
Bildquelle: Pixabay
Fotograf: werner22brigitte

Tycho und Lin reisen als Backpacker mit dem Zug quer durch Europa. Auf ihren Reisen hören sie immer wieder von einem Geheimnisvollen Zug, bei dem immer Party wäre und der einen ans Ziel bringt aber noch nie angekommen sei. Durch Hinweise der etwas durchgeknallten Lou finden die beiden den Zug schließlich doch - in einem unzugänglichen Tal in Rumänien wo eine Gruppe von Aussteigern rund um einen alten Zug ihr kleines Paradies erschaffen haben. Tycho und Lin fühlen sich bei den unkonventionellen Aussteigern direkt wohl, doch das vermeintliche Paradies bekommt schnell Brüche...

Wer beim lesen der Kurzbeschreibung kurz dachte "das kenne ich doch von irgendwoher ???" dem sei versichert: es stimmt, "Der Zug" ist eine ziemlich offensichtliche Kopie von "the beach". Spätestens bei der Szene wo einer der Aussteiger in die Stadt fährt um einzukaufen und jedem der Kameraden einen kleinen Sonderwunsch zum mitbringen erfüllt dürfte es ziemlich offensichtlich sein was hier Pate gestanden hat.
Was dem Hörspiel an Originalität fehlt macht es durch seine gute Machart wieder weg. "Der Zug" ist gutes Kopfkino und rund 90 Minuten beste Unterhaltung. Besser gut geklaut als schlecht neu ausgedacht...

Länge: Zwei mal 45 Minuten
Produktion: WDR 2015
Regie: Martin Heindel
Redaktion: Natalie Szallies

Das Hörspiel ist aufgeteilt in zwei Teile von jeweils rund 45 Minuten Laufzeit. Legaler kostenloser Download (auf bestimmte Zeit) beim WDR

Sonntag, 15. November 2015

Eyevory brauchen unsere Hilfe für ihr neues Album


Die Bremer Band Eyevory braucht für die Produktion ihres zweiten Albums mit dem Titel "Inphantasia" unsere Hilfe. Da die Band keinen Plattenvertrag mit einer großen Plattenfirma hat muß sie die Kosten für die Albumproduktion selber stemmen...und eine Albumproduktion ist leider immer noch teuer (vor allen für eine kleine, unbekannte Band). 12.500 Euro müßen zusammenkommen damit das Album "Inphantasia" immer Sommer 2016 das Licht der Welt erblicken kann.
Deshalb hat die Band bei Startnext ein Crowdfounding Projekt gestartet um das Geld zusammenzusammeln - bis jetzt (Stand heute, 15.11.2015) sind schon über 8.800 Euro zusammengekommen. Das ganze läuft noch bis zum 29.11.2015 (wenn ich richtig gerechnet habe). Es sind also noch 14 Tage Zeit die erforderliche Summe zusammenzubekommen.
Wie es sich für eine solche Crowdfounding Kampanie gehört gibt es neben einer CD auch noch nette Geschenke zu kaufen, wer 3.000 Euro übrig hat kann sich Eyevory Live auf sein nächstes Dorffest buchen oder für 500 Euro ein Wohnzimmerkonzert nach Hause holen.
Die Band hat es meiner Meinung verdient dieses Album aufzunehmen, ihr Erstling "Euphoria" hat mir sehr gut gefallen. Also 20 Euro für eine Cd sollte doch jeder, der das hier liest übrig haben.
Also kräftig spenden, es bleibt nicht mehr viel Zeit....

Hörspiel: "Delay" von Bodo Traber

Bild unter CC Lizenz CC0
Bildquelle: Pixabay
Fotograf: Unsplash

Der Flug IWA 303 ist auf den Weg nach Stockholm als auf einmal die Maschine vom Radar verschwindet - Ein Unglück ? Man findet ein Wrackteil im Meer, doch auf einmal bekommt die kleine Lena von ihrer an Bord befindlichen Zwillingsschwester telepathisch Kontakt. Die Maschine befindet sich in einem seltsamen Land mit lauter Vulkanen, meterhohen Wellen und seltsamen Wesen. Schnell wird klar: Die Maschine befindet sich in einer anderen Dimension - bloß wie kommt sie da wieder raus.....

"Final Destination" meets "Donnie Darko" - auf diesen Nenner läßt sich das Hörspiel "Delay" bringen. Das Hörspiel punktet mit einer ziemlich beklemmenden Atmosphäre die den Hörer direkt mitnimmt und mitfiebern läßt was als nächstes passiert. Die Sprecher sind gut ausgewählt, die Toneffekte sind ebenfalls gut ausgesucht worden und auch die Musik trägt gut dazu bei die beklemmende Stimmung zu verstärken. Gute, spannende 55 Minuten Hörspielunterhaltung.

Das Hörspiel steht sowohl als Stereoversion als auch in einer 3D Surroundversion für Kopfhörer zur Verfügung. Ich empfehle an dieser Stelle unbedingt die 3D Fassung zu hören - da macht das ganze noch mehr Spaß.

Produktion: WDR 2015
Regie: Petra Feldhoff
Redaktion: Natalie Szallies
Musik: Felix Rösch mit dem WDR Rundfunkchor

Kostenloser legaler Download auf der WDR Webseite.

Steven Wilson - Rockhal Luxemburg 25.09.2015



Bild unter CC Lizenz CC BY-SA 1.0
Fotograf: Cornischong
Quelle: Wikipedia

Konzertort: Rockhal (Club), Esch-Sur Alzette, Luxemburg
Webseite Rockhal
Datum: 25.09.2015 / 20:30 Uhr

Besetzung
Steven Wilson – Gesang, Gitarre, Keyboards
Nick Beggs – Bass
Adam Holzman – Keyboards, Piano
Craig Blundell – Schlagzeug
Dave Kilminster – Gitarre

Setliste
Intro: Bass Communion – Cenotaph
No Twilight within the Courts of the Sun
Hand cannot erase
Perfect Life
Home Invasion
Regret #9
Don´t hate me
Index
Shesmovedon
My Book of Regrets
Ancestral
Happy returns
Ascendant here on

Zugabe 1
Dark Matter
Sleep together

Zugabe 2
Open Car
the Sound of Muzak

Zum zweiten male in diesem Jahr besuchte Steven Wilson zusammen mit seiner Band im Rahmen seiner großen Welttournee die Rockhal in Luxemburg. Bereits bei den Terminen vor diesem Konzert fiel auf das Steven Wilson kräftig an der Setliste rumschraubt, Songs rauswirft und wieder rein nimmt oder auch komplett neue dazu holt. Die Frage im Vorfeld lautete also: Was erwartet den Zuschauer an diesem Freitag im kleinen Club der Rockhal ?

Die Rockhal in Esch-Sur Alzette ist eine ziemlich neue Konzerthalle, eröffnet wurde sie im Jahre 2005. Sie befindet sich in einem ehemaligen Industriegelände, welches zu einem neuen Gewerbepark umgebaut wurde (bzw immer noch wird). Die Fahrt dorthin war unkompliziert aber auch durch den Freitagabend Feierabendverkehr etwas langwierig (Staus sind eben unsexy). Einlass in die Halle sollte um 19:30 Uhr (für die Early Entrance Karten) bzw 20:00 Uhr (normale Konzertkarten) sein. Vor der Halle waren auch zwei Eingänge für die beiden Kartentypen ausgewiesen.

Diese „Early Entrance“ Karten – die selbstverständlich mehr kosten – erwiesen sich im Nachhinein als Augenwischerei und ich war froh diese Mehrkosten nicht investiert zu haben. Man kam zwar früher rein, da ich aber in der regulären Schlange ziemlich weit vorne stand hatte ich ebenfalls das Glück später im Saal ganz vorne an der Bühne zu stehen (genauer: in der zweiten Reihe). Manchmal zahlt es sich eben aus immer etwas früher als man muß anwesend zu sein.

Der Saal füllte sich langsam, da es mit einigen Karten Probleme mit dem Strichcode gab (auch mit meinen bei Eventim gekauften Tickets gab es Probleme). Zum Konzertbeginn war der Saal gut gefüllt aber nicht ausverkauft, man hatte genug Raum um bequem zu stehen ohne an den Nachbarn gequetscht zu werden. Ein Blick in die Menge offenbarte das recht hohe Durchschnittsalter: Junge Leute waren in der Minderheit, es regierte eindeutig ein Publikum von 40+ Jahren. Ebenfalls auffällig war der hohe Männeranteil, den ich auf so circa 75% schätzen würde, viele Frauen wirkten auf mich etwas fehl am Platze – ich vermute mal das da einige nur ihrem Partner zuliebe mitgekommen waren.

Um circa 20:20 Uhr wurde das reguläre Saallicht dunkel und aus den Boxen kam der Track „Cenotaph“ von Wilsons Bass Communion Projekt. Als dann nach einigen Minuten auf der großen Leinwand ein Film startete, auf den durch ein Fenster eine Strandszenerie zu sehen war wo sich ganz....ganz....langsam ein schwarzes Etwas auf die Kamera zubewegt dämmerte mir das wir diesmal nicht ein reguläres „Hand. Cannot.Erase.“ Konzert bekommen würden. Als „Cenotaph“ endete betrat zuerst Schlagzeuger Craig Blundell die Bühne, gefolgt von Bassist Nick Beggs die den ersten Song des Abends „No Twilight within the Courts of the Sun“ anstimmten. Nach und nach kamen dann noch Adam Holzman, Dave Kilminster und zuletzt Steven Wilson selber (selbstverständlich Barfuß) auf die Bühne die dann lautstark in den Song miteinstiegen. Mit so einen sperrigen und gar nicht geradlinigen Song ein Konzert zu beginnen ist jedenfalls ziemlich mutig.

Nach diesem Einstieg erklärte ein ziemlich gut gelaunter Steven Wilson das er aufgrund der Tatsache, erst vor einigen Monaten hier schon einmal gespielt zu haben, diesmal nicht das gleiche Konzert wiederholen möchte sondern an diesem Abend für die beiden Royal Albert Hall Konzerte in London „üben“ würde – um Scherzhaft sich im Vorfeld zu entschuldigen wenn nicht alles perfekt laufen würde, da man eben „üben“ würde. Nach diesem Einstieg folgte ein größerer Block mit Songs aus dem Album „Hand cannot. Erase.“.

Das im laufe des Konzertes vom üblichen Programm abgewichen wurde macht sich dann dahingehend bemerkbar das die große Videoleinwand auf der Bühne die meiste Zeit Sendepause hatte, schlichtweg da es für viele Songs keine passende Filme gab. So mußte die recht bescheidene aber Stimmungsvolle Lightshow (hauptsächlich Blau- und Violettöne) helfen dieses Manko auszugleichen.

Wilson selber erwies sich als Unterhaltsamer Gastgeber, er erzählte öfters kleinere Geschichten und zeigte sich auch recht Schlagfertig. Als er sagte das er nun einen älteren Song aus den 90igern spielen würde rief einer im Saal „Radioactive Toy“, worauf Wilson schmunzelnd „No – a good one“ antwortete um dann „Don´t hate me“ anzukündigen. Nick Beggs bezeichnete er bei der Musikervorstellung als „Mr Sex on Legs“ und am Ende der Show zog er genüsslich über „stupid heavy rock riffs“ her, nur um dann grinsend hinzuzufügen das er jetzt auch so einen Song (nämlich „Open car“) spielen würde.

Auffällig ist aber das sich mittlerweile immer mehr Porcupine Tree Songs in die Setliste schleichen, bei diesem Konzert sechs an der Zahl. Ein Zeichen dafür das dieses Bandprojekt doch zu den Akten gelegt wurde ? Klar – Steven Wilson ist und war Porcupine Tree, aber trotzdem fühlte es sich etwas falsch an obwohl es schön war auch diese Songs zu hören.

Thema Songauswahl: Hier ist es wirklich interessanter zu sehen was nicht gespielt wurde. Kein „Drive Home“, kein „Luminol“, kein „the Watchmaker“, kein „Routine“ (was ich persönlich sehr schade fand, da ich gerne den dazugehörigen Film von Jess Cope gesehen hätte), kein „the Raven refused to sing“, kein „Harmony Korine“ und kein „Deform to form a Star“ - alle offensichtlichen Hits sind nicht in der Setliste. Dafür aber ein ganz neuer Song: „My Book of Regrets“, der im Januar 2016 in Form einer EP erscheinen soll. Der rund zehnminütige Song ist ziemlich rockig und hat mächtig Dampf, mehr kann ich dazu noch nicht sagen da eben erstmalig (und auch einmalig) an diesem Abend gehört.

Um 23:00 Uhr ist das Konzert nach zwei Zugabenteilen (darunter einer hinter einem durchsichtigen Vorhang) zu Ende. Alle fünf Musiker haben perfekt miteinander gespielt und es machte Spaß ihnen zuzuhören, es wirkte alles sehr routiniert und perfekt. Besonders hervorheben möchte ich Schlagzeuger Craig Blundell – der Mann ist richtig gut an seinem Instrument. Und selbstverständlich ist es immer wieder lustig mitanzusehen wie sich Steven Wilson an seiner eigenen Musik berauschen kann.

Doch leider gibt es etwas zu kritisieren. Nein – nicht die Songauswahl sondern der ultramiese Sound an diesem Abend. Zum einen war es insgesamt viel zu laut für die kleine Halle, zum anderen war die Gitarre von Dave Kilminster im Gesamtbild viel zu dominant und übertönte sowohl den Bass von Nick Beggs als auch den Gesang von Wilson und öfters auch die Keyboards von Adam Holzman. Gegen Ende des Konzertes wurde es dann noch schlimmer als bei „Sleep together“ die Gitarre so laut und verzerrt hoch gedreht wurde das man nur noch schrägen Krach gehört hat. Sorry – für einen Musiker wie Steven Wilson, für den perfekter Klang ein Markenzeichen ist war das an diesem Abend ein Armutszeugnis !

Mit Rauschen in den Ohren und wehen Füßen (es war ein Stehkonzert – ich bin wohl doch zu alt für so einen Scheiß) lies ich noch über 50 Euro am Merchandisingstand (ich habe mir tatsächlich ein Tour T-Shirt gekauft - dazu noch ein Programmheft und eine CD von Adam Holzman) um dann die Heimreise anzutreten.
Der miese Sound zieht die Wertung runter – leider, denn es war wirklich ein sehr gutes Konzert.
7/10

PS: Ich HASSE Typen die die ganze Zeit mit Ihrem Handy Bilder vom Konzert machen müßen ! Diese Unsitte ist wirklich nervend ohne Ende (weswegen ich auch keine Konzertbilder habe).
ABER
Gitarrist Dave Kilminster hat am Ende der Show ein Foto von uns allen in der Halle gemacht und dieses auf Facebook gepostet....und...nun ja...ich bin auch in voller Lebensgröße darauf zu sehen.
Dave Kilminster auf Facebook
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Erstveröffentlichung des Textes auf Liquid Love und bei DVD Narr